20. Mai – Wir demonstrieren gegen Ausbildungsverbote und für das Bleiberecht unserer afghanischen Jugendlichen!

Jetzt gilt`s! Wir gehen auf die Straße! Unser Aufruf:

Ausbildung statt Abschiebung

Demonstration Regensburger PädagogInnen und Ehrenamtlicher gegen Ausbildungsverbote für Flüchtlinge und für das Bleiberecht afghanischer Jugendlicher

Samstag, 20.Mai 13:00 Uhr am Schwammerl, Albertstraße in Regensburg

Im November 2016 haben sich über 60 Regensburger PädagogInnen und UnterstützerInnen zusammengeschlossen, um gegen Abschiebungen nach Afghanistan zu protestieren. In Afghanistan herrscht Krieg. Allein 2016 gab es fast 3.500 Todesopfer und rund 8.000 Verletzte unter der afghanischen Zivilbevölkerung. Es gibt keine sicheren Regionen in Afghanistan, wie die neuesten Anschläge zeigen.

Seit einigen Monaten schiebt die Bundesregierung dennoch nach Afghanistan ab. Dies betrifft auch die von uns betreuten Jugendlichen. Das bringt nicht nur die Flüchtlinge, sondern auch uns zur Verzweiflung.

Aufgrund der zunehmend rigorosen Flüchtlingspolitik wird trotz nachweislich guter Integration und ausreichenden Deutschkenntnissen zahlreichen jugendlichen Geflüchteten aus vermeintlich sicheren Herkunftsländern die Erlaubnis zur Ausbildung verweigert, da dies „den Status in Deutschland verfestigen“ und damit eine Abschiebung erschweren würde.

Aus Sicht der IHK stellt die Gruppe junger Flüchtlinge einen wichtigen Beitrag zur Sicherung von Fachkräften dar. Ausbildungsbetriebe suchen händeringend nach Lehrlingen.

Wir fordern deshalb die Erlaubnis von Ausbildungen!

In den vergangenen Jahren wurden sehr viel Geld, Zeit und Kraft der HelferInnen darin investiert, die jungen Menschen bei der Integration zu unterstützen. Diese wollen sehr zielstrebig ein eigenes Leben aufbauen. Doch nun dominiert die Angst vor Abschiebung. Wir fordern eine sofortige Kurskorrektur und ein klares Ja zur Integration von Flüchtlingen, wie sie in der Tutzinger Resolution formuliert ist (https://asyl.ruhr/bayern/pdf/Tutzinger-Resolution-2017.pdf). Unbegleitete Jugendliche verdienen einen besonderen Schutz. Die Unterschriften von 1927 RegensburgerInnen, die diese Forderungen unterstützen, konnten wir am 3. März der Regierung der Oberpfalz übergeben.

Die aktuelle Regelung macht unsere pädagogische Arbeit zunichte und muss zurückgenommen werden.

Wir fordern deshalb:

  • Aufhebung der Arbeits- und Ausbildungsverbote
  • Durchführen von „fairen“ und auf Einzelschicksale bezogene Asylverfahren
  • Afghanistan ist kein sicheres Herkunftsland. Keine Abschiebungen nach Afghanistan!

V.i.S.d.P. Albert Rogg – Gregor-Klier-Str. 11 – 93049 Regensburg

facebook-Gruppe: Initiative Regensburg: Ausbildung statt Abschiebung

Presse: TVA / Radio Charivari / regensburg-digital / Münchner Merkur

Besuch der Erstaufnahmeeinrichtung

Am 30.3.2017 besuchte Innenminister Joachim Herrmann die neue Erstaufnahmeinrichtung für Asylbewerber in der Zeißstr. und nahm sie damit in Betrieb. Diese Gelegenheit wollten wir nutzen, um auf unsere Anliegen aufmerksam zu machen. Letztlich gelang es aber nur unserem Mitglied Anna-Maria Mücke in die Anlage zu kommen. Dort konnte sie einen kurzen aber eindringlichen Appell an Hermann richten.

Die Einrichtung steht in der Kritik, auch als sog. Transitzentrum fungieren zu sollen um Geflüchtete mit schlechter Bleibeperspektive dort bei befürchtet mangelhafter Betreuung gezielt unterzubringen und damit deren schnelle Abschiebung zu ermöglichen. Gegner sprechen von einem „Abschiebelager“.

Sternfahrt nach München

Mit unserer Initiative Regensburg: Ausbildung statt Abschiebung nahmen wir gemeinsam mit 120 Unterstützerkreisen aus ganz Oberbayern (mehr als 1200 Teilnehmer) an einer Sternfahrt nach München zum Gruppenbild unter der Bavaria auf der Theresienwiese teil. Dieses wurde gemeinsam mit der Tutzinger Resolution Innenminister Hermann übergeben. Asyl im Oberland hatte dazu aufgerufen, um so auf die Missstände der bayerischen Asylpolitik aufmerksam zu machen.

Presse: BR Fernsehen / viele weitere …

Ausbildung statt Abschiebung – Übergabe von 1927 Unterschriften an die Regierung der Oberpfalz

Rund 50 Vertreter der Initiative Regensburger PädagogInnen für Ausbildung statt Abschiebung versammelten sich am 03.03.2017 vor der Regierung der Oberpfalz. Ziel war es, der Regierung über 1900 Unterschriften zu übergeben. Die Unterschriften wurden im Rahmen der im Dezember stattgefundenen Kundgebung gesammelt. Mit diesen Unterschriften protestiert die Initiative gegen das Ausbildungs- und Arbeitsverbot für junge Flüchtlinge und gegen die Abschiebung nach Afghanistan. In Vertretung des Regierungspräsidenten Herrn Bartelt, nahm Herr Wolfgang Schmitt der zuständige Abteilungsleiter, die Unterschriften entgegen. Herr Schmitt erklärte sich bereit, die Unterschriften und damit verbundenen Forderungen an den bayerischen Innenminister Joachim Hermann weiterzuleiten. Im Anschluss stand er für ein kurzes Gespräch zur Verfügung.

Die Rednerin Nannette Fischer betonte, dass seit Mitte Dezember 2016 keine einzige Ausbildungsgenehmigung an Afghanen im Raum Regensburg erteilt wurde.

Dies bedeutet ein faktisches Ausbildungsverbot für afghanische Jugendliche, da die Ausländerbehörde in keinem der Fälle ihren Ermessensspielraum zugunsten der Betroffenen ausschöpft.

An der Kundgebung nahmen auch afghanische Jugendliche teil, die trotz Ausbildungsreife und unterschriebenen Ausbildungsverträgen .ihre Lehrstellen nicht antreten dürfen.

Frau Fischer kritisierte, dass der aktuelle bayerische Sonderweg ein menschliches wie wirtschaftliches Fiasko sei. Die ausgezeichneten Erfolge der Integrationsarbeit von Regensburger PädagogInnen, die sich in der Ausbildungsreife und den Deutschkenntnissen der Jugendlichen widerspiegelt, wird damit zunichte gemacht.

Presse: MZ / TVA

Kundgebung: Ausbildung statt Abschiebung – Pädagogen protestieren gegen die aktuelle Flüchtlingspolitik

Mehrere hundert Menschen folgten dem Aufruf besorgter Betreuer, Sozialpädagogen und Lehrer und nahmen am Samstag in Regensburg auf dem Kassiansplatz an der Kundgebung teil.

Sie protestierten gegen das Ausbildungs- und Arbeitsverbot für junge Flüchtlinge und gegen die Abschiebung nach Afghanistan.

Die Redner betonten, dass diese Politik unmenschlich, ungerecht und widersinnig ist.

Unmenschlich, weil die jungen Afghanen in ein Land zurückgeschickt werden, in dem seit über 35 Jahren Krieg und Terror herrschen und in dem sie von Zwangsrekrutierung, Entführung und Tod bedroht werden. Es gibt in Afghanistan keine sicheren Zonen. Dies brachte das Plakat eines jungen Afghanen auf den Punkt: „Wer will mit mir Urlaub in Afghanistan machen?“

Ungerecht ist diese Politik, weil die Gruppe der Afghanen herausgegriffen, pauschal abgelehnt und abgeschoben wird, und zwar nur deshalb, weil die afghanische Regierung in ihrer Not gegen viel Geld dem Rücknahmeabkommen zustimmte. Ein zynischer Deal.

Widersinnig ist diese Politik, weil von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft viel Kraft und Geld aufgewendet wurde und die Beschulung und Integration der jungen Afghanen gut funktioniert. Die Betreuer, Sozialpädagogen und Lehrer verstehen nicht, weshalb ihre Arbeit plötzlich entwertet und das bayerische Erfolgsmodell zunichte gemacht wird. Die jungen Afghanen haben sich angestrengt, haben Deutsch gelernt, besuchen erfolgreich Schulen, engagieren sich in Vereinen und sind bereits integriert.

Die Redner betonten, dass diese Politik der „kalten Vernunft“ auch uns selbst nicht gut tut, weil sie zu Emotionalisierung, Polarisierung und Verhärtung führt.

Besonders beeindruckend waren die Reden von zwei jungen Afghanen, die im besten Deutsch von ihren Erlebnissen, ihren Fluchtgründen, ihrer Bedrohung durch die Taliban und ihrer Flucht erzählten und ihr erfolgreiches Engagement in Deutschland schilderten. Sie sind Musterbeispiele für gelungene Integration, die den Widersinn der aktuellen Asylpolitik drastisch aufzeigen. Die Initiatoren sind mit dieser Kundgebung sehr zufrieden und planen weitere Aktionen.

Presse: MZ / TVA / regensburg-digital