Besuch von Petra Nordling

Bei unserem letzten Initiativen-Treffen durften wir zum Zweck der weiteren Vernetzung Frau Petra Nordling begrüßen. Die engagierte ehrenamtliche Helferin aus Vilsbiburg berichtete von Ihrer Arbeit und es ergab sich ein interessanter Austausch.

Sie war auf Sendung bei RTL bei „An einem Tisch mit Angela Merkel“  und ist seitdem in Kontakt mit der Staatskanzlei und der Presse. (ab 0:19 Auftritt von Frau Nordling unter http://www.n-tv.de/politik/Frau-Merkel-das-reicht-mir-nicht-article19992274.html)

Am Montag, 18.09. um 16:00 Uhr wird Frau Merkel am Domplatz sprechen. Hier werden wir als Initiative gemeinsam mit Frau Nordling präsent sein, welche Frau Merkel bei dieser Gelegenheit gerne einen Brief übergeben würde.

Des weiteren organisiert sie einen Asylgipfel für die Oberpfalz/Niederbayern, an dem wir uns gerne beteiligen möchten. Anmelden kann man sich unter: http://www.asyl.bayern/

Hier noch ein Leserbrief von ihr, in dem sie u. a. den wirtschaftlichen Aspekt bei der aktuellen Flüchtlingspolitik betont und hierzu eine Rechnung liefert:

Veranstaltung: Was ist los in Afghanistan?

Am 27.7. haben wir gemeinsam mit Campus Asyl, EBW, GEW und BI Asyl die Referentin Frau Friederike Stahlmann, Doktorandin am Max-Plank-Insitut für ethnologische Forschungin Halle (Saale) zu einem Vortrag mit dem Thema „Was ist los in Afghanistan“ eingeladen. Sie lebte und forschte lange Zeit in Afghanistan, gilt als ausgewiesene Afghanistan-Kennerin und ist national und international als kompetente Gutachterin für Gerichte zum Thema Afghanistan tätig. Ihre viel beachteten Veröffentlichungen zu diesem Thema zeigen Ihre Kompetenz und ihren Ruf als Expertin.

Der Josefs-Saal der Pfarrei Herz-Jesu in der Kreuzgasse in Regensburg war so voll, das trotz zusätzlich herbeigeschaffter Bänke zuletzt nur noch Stehplätze zu vergeben waren.

Der eindrucksvolle, engagierte und doch sachliche Vortrag war voller Einsichten in das Leben und die Strukturen in Afghanistan. Er führte uns nocheinmal deutlich vor Augen welche Gründe zu Flucht führen, mehr noch aber wie unmöglich es für Geflüchtete ist, dorthin zurückzukehren und ihr altes Leben wieder aufzunehmen.

Veranstaltung: Podiumsdiskussion mit Bundestags-DirektkanidatInnen

Gemeinsam mit Campus Asyl und dem Evangelischen Bildungswerk Regensburg haben wir eine Podiumsdiskussion mit den Bundesttags-DirektkanidatInnen des Wahlkreises Regensburg durchgeführt. Die überaus gut besuchte Veranstaltung fand am 12.7.2017 im Auditorium des Thon-Dittmer-Palais am Haidplatz in Regensburg statt.

Unter der Moderation von Carsten Lenk stellten sich Peter Aumer (CSU), Tobias Hammerl (SPD), Stefan Schmidt (Grüne), Irmgard Freihoffer (Die Linke) und Ulrich Lechte (FDP) unter anderem folgenden Fragen:

  • Wie sind aktuelle Fluchtbewegungen über das Mittelmeer zu beurteilen und ist es richtig, nordafrikanische Staaten in die Unterbindung von Fluchtbewegungen einzubinden?
  • Ist eine Obergrenze bei der Aufnahme von Geflüchteten sinnvoll und humanitär zu rechtfertigen?
  • Sind Abschiebungen nach Afghanistan richtig?
  • Braucht Deutschland junge Zuwanderer?
  • Wie steht es um die Integration und braucht es dazu eine Leitkultur?

 

TVA-Interview mit Nannette Fischer

Unser Mitglied Nannette Fischer gab am 20.7.2017 (Internationaler Weltflüchtlingstag) dem TVA Journal ein Interview zu den Themen Integration und Ausbildung. Sie sprach auf die Schwierigkeiten von geflüchteten Afghanen, einen Ausbildungsplatz antreten zu dürfen. Gerade die erforderte Dokumentenbeschaffung stellt eine bürokratische Hürde dar. Sie sprach sich auch generell gegen Abschiebungen nach Afghanistan aus, da das Land über keine sicheren Gebiete verfügt und hofft auf eine neue Lagebeurteilung. Im Abschluss warb sie noch für Paten, welche die Betreuung von Flüchtlingen unterstützen.

Presse: TVA

20. Mai – Wir demonstrieren gegen Ausbildungsverbote und für das Bleiberecht unserer afghanischen Jugendlichen!

Jetzt gilt`s! Wir gehen auf die Straße! Unser Aufruf:

Ausbildung statt Abschiebung

Demonstration Regensburger PädagogInnen und Ehrenamtlicher gegen Ausbildungsverbote für Flüchtlinge und für das Bleiberecht afghanischer Jugendlicher

Samstag, 20.Mai 13:00 Uhr am Schwammerl, Albertstraße in Regensburg

Im November 2016 haben sich über 60 Regensburger PädagogInnen und UnterstützerInnen zusammengeschlossen, um gegen Abschiebungen nach Afghanistan zu protestieren. In Afghanistan herrscht Krieg. Allein 2016 gab es fast 3.500 Todesopfer und rund 8.000 Verletzte unter der afghanischen Zivilbevölkerung. Es gibt keine sicheren Regionen in Afghanistan, wie die neuesten Anschläge zeigen.

Seit einigen Monaten schiebt die Bundesregierung dennoch nach Afghanistan ab. Dies betrifft auch die von uns betreuten Jugendlichen. Das bringt nicht nur die Flüchtlinge, sondern auch uns zur Verzweiflung.

Aufgrund der zunehmend rigorosen Flüchtlingspolitik wird trotz nachweislich guter Integration und ausreichenden Deutschkenntnissen zahlreichen jugendlichen Geflüchteten aus vermeintlich sicheren Herkunftsländern die Erlaubnis zur Ausbildung verweigert, da dies „den Status in Deutschland verfestigen“ und damit eine Abschiebung erschweren würde.

Aus Sicht der IHK stellt die Gruppe junger Flüchtlinge einen wichtigen Beitrag zur Sicherung von Fachkräften dar. Ausbildungsbetriebe suchen händeringend nach Lehrlingen.

Wir fordern deshalb die Erlaubnis von Ausbildungen!

In den vergangenen Jahren wurden sehr viel Geld, Zeit und Kraft der HelferInnen darin investiert, die jungen Menschen bei der Integration zu unterstützen. Diese wollen sehr zielstrebig ein eigenes Leben aufbauen. Doch nun dominiert die Angst vor Abschiebung. Wir fordern eine sofortige Kurskorrektur und ein klares Ja zur Integration von Flüchtlingen, wie sie in der Tutzinger Resolution formuliert ist (https://asyl.ruhr/bayern/pdf/Tutzinger-Resolution-2017.pdf). Unbegleitete Jugendliche verdienen einen besonderen Schutz. Die Unterschriften von 1927 RegensburgerInnen, die diese Forderungen unterstützen, konnten wir am 3. März der Regierung der Oberpfalz übergeben.

Die aktuelle Regelung macht unsere pädagogische Arbeit zunichte und muss zurückgenommen werden.

Wir fordern deshalb:

  • Aufhebung der Arbeits- und Ausbildungsverbote
  • Durchführen von „fairen“ und auf Einzelschicksale bezogene Asylverfahren
  • Afghanistan ist kein sicheres Herkunftsland. Keine Abschiebungen nach Afghanistan!

V.i.S.d.P. Albert Rogg – Gregor-Klier-Str. 11 – 93049 Regensburg

facebook-Gruppe: Initiative Regensburg: Ausbildung statt Abschiebung

Presse: TVA / Radio Charivari / regensburg-digital / Münchner Merkur

Besuch der Erstaufnahmeeinrichtung

Am 30.3.2017 besuchte Innenminister Joachim Herrmann die neue Erstaufnahmeinrichtung für Asylbewerber in der Zeißstr. und nahm sie damit in Betrieb. Diese Gelegenheit wollten wir nutzen, um auf unsere Anliegen aufmerksam zu machen. Letztlich gelang es aber nur unserem Mitglied Anna-Maria Mücke in die Anlage zu kommen. Dort konnte sie einen kurzen aber eindringlichen Appell an Hermann richten.

Die Einrichtung steht in der Kritik, auch als sog. Transitzentrum fungieren zu sollen um Geflüchtete mit schlechter Bleibeperspektive dort bei befürchtet mangelhafter Betreuung gezielt unterzubringen und damit deren schnelle Abschiebung zu ermöglichen. Gegner sprechen von einem „Abschiebelager“.

Sternfahrt nach München

Mit unserer Initiative Regensburg: Ausbildung statt Abschiebung nahmen wir gemeinsam mit 120 Unterstützerkreisen aus ganz Oberbayern (mehr als 1200 Teilnehmer) an einer Sternfahrt nach München zum Gruppenbild unter der Bavaria auf der Theresienwiese teil. Dieses wurde gemeinsam mit der Tutzinger Resolution Innenminister Hermann übergeben. Asyl im Oberland hatte dazu aufgerufen, um so auf die Missstände der bayerischen Asylpolitik aufmerksam zu machen.

Presse: BR Fernsehen / viele weitere …

Ausbildung statt Abschiebung – Übergabe von 1927 Unterschriften an die Regierung der Oberpfalz

Rund 50 Vertreter der Initiative Regensburger PädagogInnen für Ausbildung statt Abschiebung versammelten sich am 03.03.2017 vor der Regierung der Oberpfalz. Ziel war es, der Regierung über 1900 Unterschriften zu übergeben. Die Unterschriften wurden im Rahmen der im Dezember stattgefundenen Kundgebung gesammelt. Mit diesen Unterschriften protestiert die Initiative gegen das Ausbildungs- und Arbeitsverbot für junge Flüchtlinge und gegen die Abschiebung nach Afghanistan. In Vertretung des Regierungspräsidenten Herrn Bartelt, nahm Herr Wolfgang Schmitt der zuständige Abteilungsleiter, die Unterschriften entgegen. Herr Schmitt erklärte sich bereit, die Unterschriften und damit verbundenen Forderungen an den bayerischen Innenminister Joachim Hermann weiterzuleiten. Im Anschluss stand er für ein kurzes Gespräch zur Verfügung.

Die Rednerin Nannette Fischer betonte, dass seit Mitte Dezember 2016 keine einzige Ausbildungsgenehmigung an Afghanen im Raum Regensburg erteilt wurde.

Dies bedeutet ein faktisches Ausbildungsverbot für afghanische Jugendliche, da die Ausländerbehörde in keinem der Fälle ihren Ermessensspielraum zugunsten der Betroffenen ausschöpft.

An der Kundgebung nahmen auch afghanische Jugendliche teil, die trotz Ausbildungsreife und unterschriebenen Ausbildungsverträgen .ihre Lehrstellen nicht antreten dürfen.

Frau Fischer kritisierte, dass der aktuelle bayerische Sonderweg ein menschliches wie wirtschaftliches Fiasko sei. Die ausgezeichneten Erfolge der Integrationsarbeit von Regensburger PädagogInnen, die sich in der Ausbildungsreife und den Deutschkenntnissen der Jugendlichen widerspiegelt, wird damit zunichte gemacht.

Presse: MZ / TVA

Kundgebung: Ausbildung statt Abschiebung – Pädagogen protestieren gegen die aktuelle Flüchtlingspolitik

Mehrere hundert Menschen folgten dem Aufruf besorgter Betreuer, Sozialpädagogen und Lehrer und nahmen am Samstag in Regensburg auf dem Kassiansplatz an der Kundgebung teil.

Sie protestierten gegen das Ausbildungs- und Arbeitsverbot für junge Flüchtlinge und gegen die Abschiebung nach Afghanistan.

Die Redner betonten, dass diese Politik unmenschlich, ungerecht und widersinnig ist.

Unmenschlich, weil die jungen Afghanen in ein Land zurückgeschickt werden, in dem seit über 35 Jahren Krieg und Terror herrschen und in dem sie von Zwangsrekrutierung, Entführung und Tod bedroht werden. Es gibt in Afghanistan keine sicheren Zonen. Dies brachte das Plakat eines jungen Afghanen auf den Punkt: „Wer will mit mir Urlaub in Afghanistan machen?“

Ungerecht ist diese Politik, weil die Gruppe der Afghanen herausgegriffen, pauschal abgelehnt und abgeschoben wird, und zwar nur deshalb, weil die afghanische Regierung in ihrer Not gegen viel Geld dem Rücknahmeabkommen zustimmte. Ein zynischer Deal.

Widersinnig ist diese Politik, weil von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft viel Kraft und Geld aufgewendet wurde und die Beschulung und Integration der jungen Afghanen gut funktioniert. Die Betreuer, Sozialpädagogen und Lehrer verstehen nicht, weshalb ihre Arbeit plötzlich entwertet und das bayerische Erfolgsmodell zunichte gemacht wird. Die jungen Afghanen haben sich angestrengt, haben Deutsch gelernt, besuchen erfolgreich Schulen, engagieren sich in Vereinen und sind bereits integriert.

Die Redner betonten, dass diese Politik der „kalten Vernunft“ auch uns selbst nicht gut tut, weil sie zu Emotionalisierung, Polarisierung und Verhärtung führt.

Besonders beeindruckend waren die Reden von zwei jungen Afghanen, die im besten Deutsch von ihren Erlebnissen, ihren Fluchtgründen, ihrer Bedrohung durch die Taliban und ihrer Flucht erzählten und ihr erfolgreiches Engagement in Deutschland schilderten. Sie sind Musterbeispiele für gelungene Integration, die den Widersinn der aktuellen Asylpolitik drastisch aufzeigen. Die Initiatoren sind mit dieser Kundgebung sehr zufrieden und planen weitere Aktionen.

Presse: MZ / TVA / regensburg-digital