„Wir sind jetzt hier.“ Geschichten über das Ankommen. Film und Gespräch.

Mittwoch | 24. März 2021 | 19.00 Uhr
„Wir sind jetzt hier.“
Geschichten über das Ankommen. Film und Gespräch.

Seit 2015 waren sie die Angstgegner aller Integrationsskeptiker*innen: Junge Menschen, die allein aus Syrien oder Afghanistan, aus Somalia, Eritrea oder dem Irak nach Deutschland flohen.
Im Dokumentarfilm “Wir sind jetzt hier” erzählen sieben junge Männer vom Ankommen in Deutschland – von heiteren und beglückenden Momenten und von Momenten tiefster Verzweiflung, von ihren Ängsten und wie sie mit ihnen umgegangen sind, von Rassismus und von der Liebe.
Trailer + Infos zum Film unter www.fes.de/wirsindjetzthier

Nach der ca. einstündigen Online-Filmvorführung folgt ein Gespräch mit der Produzentin Ronja von Wurmb-Seibel und Regensburger Jugendlichen.

Veranstalter: „Ausbildung statt Abschiebung“ in Kooperation mit GEW Gewerkschaft Erziehung & Wissenschaft, BI Asyl und EBW Regensburg e.V.

Online-Veranstaltung:
https://zoom.us/j/94616919218?pwd=Q2tCYWN3bGZuQndwaDZDOTBmdDFmUT09

Meeting-ID: 946 1691 9218
Kenncode: 821053

Presse: MZ Regensburg

Ein würdiger Abschied für Mostafa

Spendenaufruf für die Überführung nach Dohuk/Nordirak und Unterstützung der Hinterbliebenen

Am Donnerstagabend wurde der einundzwanzigjährige Mostafa J. in Kallmünz tot in seiner Wohnung aufgefunden. Mostafa war Diabetiker und ist an Langzeitfolge dieser schweren Erkrankung gestorben.

Er kam 2015 voller Hoffnung auf ein friedliches Leben als unbegleiteter Minderjähriger nach Deutschland. Er war im 3. Ausbildungsjahr als Hotelfachmann und hätte im Juli seine Abschlussprüfung geschrieben.

Seine freundliche Art und sein offenes Wesen machten es ihm leicht, in der Arbeit und privat Freunde zu finden. Nicht zuletzt deswegen werden ihn viele hier vermissen.

Besonders für seine engen Freunde und seine Familie ist die Nachricht über seinen plötzlichen Tod sehr schmerzlich. Die Eltern sind selber aus Syrien geflohen und leben in einem Flüchtlingscamp im Nordirak.

Ihr größter Wunsch ist es, dass ihr Sohn bei ihnen im Irak bei ihnen beerdigt werden kann. Gerne möchten wir die Familie dabei unterstützen, eine Überführung in den Irak mitzufinanzieren und haben hierzu ein Spendenkonto eingerichtet.

Sollten mehr Spenden zusammenkommen, also dafür nötig ist, gehen diese zu 100% an die Familie von Mostafa.

Für Spenden wäre die Familie sehr dankbar. Wir wünschen ihr viel Kraft in dieser schweren Zeit.

„Ausbildung statt Abschiebung!“ e.V.
Volksbank Regensburg
IBAN: DE24 7509 0000 0000 1754 12
BIC: GENODEF1R01
Verwendungszweck: Überführung

Herzlichen Dank

AsA beim Bürgerfest 2019 – Afghanisches & Äthiopisches Essen

An diesem Wochenende lassen wir mal alle schlechten Nachrichten hinter uns!

Wann:
Samstag, 29.06.19, 11-22:00 Uhr, Afghanisches Essen
Sontag, 30.06.19, 11-22:00 Uhr, Äthiopisches Essen

Wo:
Auf der Sozialen Meile am Weißgerbergraben, auf der Höhe vom Exil und Garbo Kino

Beim Regensburger Bürgerfest 2019 wollen wir gemeinsam mit Jugendlichen, Familien und Freunden feiern und zeigen, dass wir alle – egal aus welchem Herkunftsland – zu Regensburg dazugehören!

Alle sind herzlich eingeladen mit uns zu feiern, zu reden und zu essen.

Gekocht wird afghanisch und äthiopisch gemeinsam mit Jugendlichen und Familien.

Wir freuen uns über viele Besucher!

Eure Mitglieder von
Initiative Regensburg: Ausbildung statt Abschiebung

Blick-Wechsel erwünscht: Gemeinsam gegen AnKERzentren

Blick-Wechsel erwünscht!
Gemeinsam gegen AnKERzentren

Der Anker ist ein Symbol für Zuversicht, Hoffnung und Heil.
Die AnKERzentren stehen für das komplette Gegenteil. Die Langfassung lautet: Ankunfts-, Entscheidungs- und Rückführungszentren.

Ihr erklärtes Ziel ist: Beschleunigte Asylverfahren und schnellere Abschiebungen.

Im wirklichen Leben bedeutet dies für die BewohnerInnen: gezielte Isolierung per Stacheldraht sowie Verletzung von Menschen- und erst recht von Kinderrechten und unendliche Hoffnungslosigkeit.

Anlässlich des Bunten Wochenendes, das seit 2007 bestehende bunte, multikulturelle Fest für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit, möchten wir die BewohnerInnen des Regensburger AnKER-Zentrums aus ihrer Isolation herausholen für ein paar unbeschwerte Stunden unter FreundenInnen.

Wir möchten ihnen zuhören und mit ihnen Blicke wechseln. Alle sind herzlich zu diesem Blickwechsel eingeladen. Eine Fotoausstellung und Informationsstände geben Einblicke in den Alltag der AnKER-Zentren und belegen eindrücklich unsere Forderung „AnKERzentren abschaffen!“.

Bei Kaffee, Tee & Kuchen lassen sich Meinungen, Erfahrungen und Blicke austauschen und der eigene Horizont erweitern.

WIR sind folgende sechs Regensburger Organisationen:

www.amnesty-regensburg.de/asyl-ak
https://www.facebook.com/amnestyregensburgasylak/

www.ausbildung-statt-abschiebung.de
https://www.facebook.com/groups/184763945287805/

www.biasyl-regensburg.de
https://www.facebook.com/BIAsyl.Regensburg/

www.abschiebelagerregensburg.wordpress.com
https://www.facebook.com/bga.rgb/

www.campus-asyl.de
https://www.facebook.com/campusasyl/

www.rlc-regensburg.de
https://www.facebook.com/rlcregensburg/

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English:

Change of view wanted!
Together against AnKERzentren („Anchor-Centers“)

The anchor is a symbol for confidence, hope and salvation.
The „anchor-centers“ represent the complete opposite.
It is a acronym for Arrival-, Decision- and Return-Centers.

It`s explicit purpose is: accelerated asylum-procedures and faster deportations.

In real life this means for the residents: direct isolation by barbed wire, violation of human- and childrens rights and never-ending despair.

On the occasion of the „Buntes wochenende“ („colorful weekend“), the mulitcultural festival for tolerance and against xenophobia that was established in 2007 we want to free the residents of the Regensburger AnKERzentrum from their isolation to have a few untroubled hours with friends.

We want to meet and listen to them. Everybody is cordially invited! A photo-exhibition and information desks will provide insights in the everyday life in the anchor-centers and will furnish evidence for our demand: „Abolish Anchor-centers!“

Over coffee, tea and cake opinion, experiences and views can be exchanges and one`s horizons broadened.

WE are these six Regensburg organisations:

www.amnesty-regensburg.de/asyl-ak
https://www.facebook.com/amnestyregensburgasylak/

www.ausbildung-statt-abschiebung.de
https://www.facebook.com/groups/184763945287805/

www.biasyl-regensburg.de
https://www.facebook.com/BIAsyl.Regensburg/

www.abschiebelagerregensburg.wordpress.com
https://www.facebook.com/bga.rgb/

www.campus-asyl.de
https://www.facebook.com/campusasyl/

www.rlc-regensburg.de
https://www.facebook.com/rlcregensburg/

#afghanistannotsafe – Banneraktion

Update: Inzwischen haben uns weitere Fotos von Teilnehmern erreicht. Danke! Wir haben sie der Galerie weiter unten hinzugefügt.


Die Initiative Regensburg: Ausbildung statt Abschiebung beteiligte sich am 3.7.2018 an der Banner-Aktion Wir fordern: Keine Abschiebungen nach Afghanistan! (#afghanistannotsafe) des Bayerischen Flüchtlingsrates.


Pressetext:

3. Juli 2018 – Regensburg zeigt Flagge
Warum wehen am kommenden Dienstag, den 3.07. in Regensburg viele Banner?
Am Dienstag startet von München aus wieder ein Abschiebflug nach Afghanistan. Und das, obwohl Afghanistan keineswegs sicher geworden ist. Frankreich schiebt keine Afghanen mehr ab. Schweden gibt 7.000 jungen Afghanen, die sich lernwillig und einsatzbereit zeigten, einen gesicherten Aufenthaltsstatus und erlaubt ihnen zu arbeiten. Deutschland, erst recht Bayern, hingegen hält trotz katastrophaler Lage an den Abschiebflügen fest. Mit einer bayernweiten Banner-Aktion protestiert der Bayerische Flüchtlingsrat dagegen. In Regensburg schließt sich die Initiative „Ausbildung statt Abschiebung!“ dieser Aktion an. Vielen Menschen sind die jungen Afghanen inzwischen ans Herz gewachsen. Handwerksbetriebe und mittelständische Unternehmen haben mit afghanischen Praktikanten die besten Erfahrungen gemacht. Sie verstehen umso weniger die Haltung der Politik und zeigen Flagge. Entsprechend einem Stadtratsbeschluss vom Mai 2017 schließt sich sogar die Stadt Regensburg der Aktion an. Auch am Alten Rathaus wird am Abschiebetag ein Banner wehen.
Mehr zu der Aktion unter afghanistan.not-safe.de


Die Banneraktion war ein voller Erfolg! Wir konnten garnicht alle, die teilnehmen wollten rechtzeitig mit Bannern versorgen! Hier erstmal eine unvollständige Fotogalerie:

Presse: MZ Regensburg / Wochenblatt Regensburg

sea-eye-Schweigemarsch mit Folgen

Am 28. 7. 2018 staunten die Regensburger Passanten nicht schlecht als ungefähr 100 Menschen in gelben Warnwesten ein riesiges marodes Schlauchboot über die Steinerne Brücke zum Domplatz schleppten. Unter den Trägern waren auch Mitglieder unserer Initiative, aufgerufen zu dem Schweigmarsch hatte die ehrenamtliche Seenotrettungsorganisation sea-eye um den vielen Geflüchteten zu gedenken, die auf bei der Flucht in genau solchen Schlauchbooten über das Mittelmeer ihr Leben lassen mussten. Seenotrettungsorganisationen wie sea-eye versuchen zu helfen wo sie können, werden aber zusehends blockiert und sogar der Schlepperei angeklagt.

An der anschließenden Podiumsdiskussion auf dem Domplatz nahmen dann nur zwei PolitikerInnen teil: SPD-Bundestagsabgeordnete Uli Grötsch aus Weiden und spontan Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer.

Auch das Publikum beteiligte sich an der Diskussion mit Fragen und Vorschlägen an die Politiker, für AsA und BI Asyl sprachen z.B. Gotthold Streitberger und Anna-Maria Mücke ergriff für die MUT-Partei Wort.
Im Reaktion auf diese Wortmeldungen signalisierte Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer dann die Bereitschaft, sich für die Aufnahme von mehr aus Seenot geretteten Geflüchteten in Regensburg einzusetzen, so wie es zuvor schon u.A. die Bürgermeister von Bonn, Düsseldorf und Köln getan hatten.

Was dann geschah …

In Folge nahmen die Regensburger Grünen die Bürgermeisterein beim Wort und baten Sie um ein Schreiben an die Bundeskanzlerin im Namen der Stadt Regensburg. Am 1. 8. bestätigte die Bürgermeisterin dann der Presse gegenüber ihre Absicht einen entsprechenden Brief noch in dieser Woche an Bundeskanzlerin Angela Merkel schicken zu wollen. „Ich denke, wir können nicht alle zuschauen, wenn Menschen im Mittelmeer ertrinken. Ganz egal, wie die politische Debatte aktuell geführt wird. Ich glaube, das ist unsere humanitäre Pflicht, auch unsere Christenpflicht“.

Wir danken und freuen uns gemeinsam mit sea-eye und den anderen Mitstreitern über dieses erneute Bekenntnis der Stadtspitze zu einer menschlicheren Flüchtlingspolitik!

Presse: Kleine Linksammlung

Demonstration: Ausgehetzt – Gemeinsam gegen die Politik der Angst

Am 22.7.2018 hieß es in München #ausgehetzt für die Demagogen von Rechts und 50.000 folgten dem Aufruf:

Wir wehren uns gegen die verantwortungslose Politik der Spaltung von Seehofer, Söder, Dobrindt und Co. Wir setzen ein Zeichen gegen den massiven Rechtsruck in der Gesellschaft, den Überwachungsstaat, die Einschränkung unserer Freiheit und Angriffe auf die Menschenrechte.

Wir von der Inititiative Regensburg: Ausbildung statt Abschiebung waren natürlich gemeinsam mit vielen anderen Regensburgern mit dabei.

Schon am 16.7.2018 nahmen wir an der Mobilisierungsdemo Bass gegen Hass teil. Am Tag der Demo organisierten wir für alle Interessierte einen Treffpunkt für die Demofahrt nach München per Bahn.

Schon in Regensburg zeigte sich das breite Spektrum und hohe Engagement der Demonstranten. Und auf der Strecke stiegen immer mehr zu! In München erwartete uns dann stundenlanger Regen aber wir ließen uns nicht entmutigen. Auf der Demoroute wurden wir auch mit einigen Plakaten konfrontiert, die wohl ursprünglich als Kritik an unserem Vorhaben gemeint waren, durch eine kleine kreative Modifikation aber erst wahrhaftige Aussagekraft gewonnen hatten:


Trotz des Regens war die Stimmung wunderbar und das beeindruckende Bündnis aus tausenden unterschiedlichen Menschen und die tollen Redebeiträge am Zielort gaben uns Mut und Zuversicht!

Ein paar Regensburger in München, unter anderem von AsA und BI Asyl.

Wir denken gemeinsam haben wir ein starkes, ja unüberhör- und sehbares Zeichen gegen die unmenschliche Flüchtlingspolitik, die verrohenden Tendenzen in der Wahlkampf-Sprache und für ein solidarisches Miteinander gesetzt. Danke München, Danke an die OrganisatorInnen, Danke an alle die mit dabei waren!

Presse: Linkliste mit ausgewählten Links

2. Ostbayerischer Asylgipfel

Die Initiative Regensburg: Ausbildung statt Abschiebung und das Netzwerk „Willkommen in Vilsbiburg“ laden zum 2. Ostbayerischen Asylgipfel ein. Für die Teilnahme bitten wir um Anmeldung unter www.asyl.bayern – Anmeldung über FB reicht nicht. Wir würden uns über zahlreiche InteressentInnen freuen!

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2. Ostbayerischer Asylgipfel

Im Kongress- und Kulturzentrum im Kolpinghaus Regensburg
in der Adolph-Kolping-Str. 1, 93047 Regensburg
Samstag, 12. Mai 2018 ab 8:30 Uhr bis 17:30

Liebe Ehrenamtliche der Helfer- und Unterstützerkreise in Niederbayern und der Oberpfalz, aber auch Aktive aus Helferkreisen in ganz Bayern, die sich gerne mit anderen Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe austauschen möchten !
Sie sind alle herzlichst eingeladen zu unserem Asylgipfel, der unter dem Motto steht:

Flüchtlingskrise ? Realität oder Fake News?

Es erwartet Sie wieder ein informativer Tag mit Referaten und Diskussionen zum Thema und viel Zeit zum Austausch.

Unter anderem sind geplant ein Vortrag von Rechtsanwalt Philipp Pruy über die Kriminalisierung von Flüchtlingen und ehrenamtlichen Helfern, eine Podiumsdiskussion zum Thema Familiennachzug organisiert von der Refugee Law Clinic und ein Referat von Pfarrer Jost Herrmann, der seine Studie vorstellen wird.

An den Infoständen erhalten Sie den ganzen Tag über Informationen. Wenn Sie selbst einen Stand buchen möchten, melden Sie sich bitte bald bei uns: asylinostbayern@web.de

Für das leibliche Wohl ist gesorgt, für Unterhaltung auch. Der Unkostenbeitrag für Essen und Trinken liegt bei 10 Euro.

Bitte melden Sie sich an unter: www.asyl.bayern

Wir freuen uns schon sehr auf produktive Gespräche und regen Gedankenaustausch!

Mit freundlichen Grüßen
Julia von Seiche, „Ausbildung statt Abschiebung e.V. Regensburg
Petra Nordling, Netzwerk „Willkommen in Vilsbiburg“
Mail: asylinostbayern@web.de

V.i.S.d.P.: Petra Nordling, Netzwerk „Willkommen in Vilsbiburg“ – Arberstr. 42, 84137 Vilsbiburg – 0151/67514235

Presse: SZ

Offener Brief gegen die bundesweite Einführung von AnKER – Zentren nach bayerischem Vorbild

Alveno Regensburg, BI Asyl, Campus Asyl, Helferkreis Weinweg und der Refugee Law Clinic Regensburg und die Initiative Regensburg: Ausbildung statt Abschiebung haben gemeinsam einen offenen Brief (PDF) gegen die Einführung von AnKER-Zentren an Parlamentsabgeordnete und zuständige Behörden von Stadt /Landkreis Regensburg bzw. Oberpfalz verfasst:

Was in Bayern nicht gut ist, wird im Bund nicht besser
Offener Brief gegen die bundesweite Einführung von AnKER-Zentren nach bayerischem Vorbild

Sehr geehrte Damen und Herren,

vor knapp einem Jahr eröffnete in Regensburg das „Transitzentrum“ für Geflüchtete mit sogenannter „geringer Bleibeperspektive“. Im neuen Koalitionsvertrag kündigt die Bundesregierung die deutschlandweite Einrichtung von Ankunfts-, Entscheidungs- und Rückführungszentren, kurz AnKER-Zentren, an. Die Führung des Bundesministeriums des Innern durch die CSU weckt die Befürchtung, dass das bayerische Modell der Transitzentren zur Vorlage für den Bund werden soll. Als Vereine und Organisationen vor Ort, die mit Geflüchteten zusammenarbeiten und diese unterstützen, haben wir in den vergangenen Monaten festgestellt, dass das Konzept Transitzentrum desaströs ist. Die bundesweite Einführung von AnKER-Zentren muss daher unbedingt verhindert werden.

Mit der Einrichtung von Transitzentren verfolgt die bayerische Staatsregierung das Ziel beschleunigter Asylverfahren und schnellerer Abschiebungen. Zu diesem Preis werden rechtsstaatliche und humanitäre Prinzipien missachtet. Anstelle eines kurzen Aufenthalts im Transitzentrum beobachten wir, dass die meisten Bewohnerinnen und Bewohner seit vielen Monaten dort festsitzen. Wurde bisher nach maximal sechs Monaten in einer Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) eine Umverteilung in Gemeinschaftsunterkünfte vollzogen, so ist es nun konzeptionell bedingt, dass Menschen auf unbestimmte Zeit unter schwierigsten Umständen leben müssen.

An den Bedingungen vor Ort kritisieren wir konkret: die Bewohnerinnen und Bewohner werden gezielt sozial isoliert. In einer mit Stacheldraht umzäunten ehemaligen Kaserne leben in Regensburg ca. 450 Geflüchtete zwangsweise abgeschottet, mit der Konsequenz, ihre Rechte nicht wahrnehmen zu können. Kinder und Jugendliche werden entgegen der Praxis in den EAEs, in denen sie nach drei Monaten eine Regelschule besuchen können, auf dem Gelände in Lagerschulen unterrichtet. Dies erschwert ihr Lernen massiv. Umverteilungsanträge hin zu Ehepartnern und minderjährigen Kindern werden stark erschwert. Das verstärkte Sachleistungsprinzip reduziert zunehmend die Selbstbestimmung. Es ergehen fehlerbehaftete Asylbescheide in Folge überstürzter Verfahren, über die im weiteren Verlauf überlastete Gerichte entscheiden müssen.

Grundsätzlich verhindert die zeitlich unbegrenzte Unterbringung in zentralen und abgeschotteten Unterkünften Begegnung und Austausch zwischen Geflüchteten und der Bevölkerung. Kurz: sie verhindert gelingende Integration und spaltet die Gesellschaft. Wir betrachten diese langfristige soziale Isolation als entwürdigend und als Missachtung der Menschenrechte. Die Unterbringung im Transitzentrum schürt ab dem ersten Tag Angst und Hoffnungslosigkeit bei den Bewohnern. In der Folge beobachten wir eine Zunahme von Depression und Aggression, die sich unmittelbar auf das Konfliktpotential innerhalb der Unterkunft auswirkt.

Durch die Einführung von Transitzentren unterscheidet der Staat künstlich zwischen Geflüchteten erster und zweiter Klasse. Noch vor der eigentlichen Entscheidung über ihren Asylantrag wird ihnen eine Perspektivlosigkeit auferlegt, die unmissverständlich klar machen soll, dass sie nicht erwünscht sind. Jene, die trotz der vermeintlich „geringen Bleibeperspektive“ einen Schutzstatus erhalten, erfahren somit den schlechtmöglichsten Start in Deutschland. Einem erfolgreichen Integrationsprozess werden damit von Beginn an wertvolle Chancen genommen.

Nicht zu rechtfertigen ist, dass all dies von der bayerischen Staatsregierung ohne echte Notwendigkeit billigend in Kauf genommen, wenn nicht sogar gezielt angestrebt wird. Es wird staatlicherseits ein Ausnahmezustand suggeriert, der eine solche Unterbringungsform rechtfertigen soll. Die tatsächlich aber sinkenden Ankunftszahlen von Geflüchteten, welcher einer Verlagerung der Thematik an die EU-Außengrenzen geschuldet sind, widerlegen dies klar. Gleichzeitig gäbe es daneben ausreichend Plätze in bewährten, dezentralen Unterkünften.

Wir fordern: Transitzentren müssen abgeschafft werden und dürfen keinesfalls zur Blaupause für bundesweite AnKER-Zentren werden.

Wir schließen diesen Brief in der Hoffnung, dass andere Vereine, Organisationen und Beratungsstellen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, ebenfalls ihre Stimme erheben und sich unserer Forderung anschließen.